Cloud Partner: Dienstleister oder Systemhaus?

Lesedauer: ca. 8 Minuten

Wer ist der passende Cloud Partner für Ihr Unternehmen - Spezialisierter Cloud Dienstleister oder breit aufgestelltes Systemhaus?

Wer ist der passende Cloud Partner für Ihren Weg in die AWS Cloud? Spezialisierter Cloud Dienstleister oder vielseitig aufgestelltes Systemhaus? Die Wahl des richtigen Cloud Partner ist nicht nur ein erster, sondern auch ein für den gesamten Prozess entscheidender Schritt. Grundsätzlich stehen Ihnen dafür Cloud Dienstleiter und Systemhäuser zur Auswahl. Beim wem Sie auf Ihrem Weg in die Public Cloud mit welchen Erfahrungen, Kompetenzen und Vorteilen rechnen können, erfahren Sie in diesem Artikel.

 

Die Public Cloud: Aufbau, Anbieter und Anforderungen

„Cloud“ steht generell für ein globales Netzwerk von Servern, um Daten zu speichern und zu verwalten, Anwendungen auszuführen und Inhalte bzw. Dienste zu liefern.
„Public Cloud“ und „Private Cloud“ sind dabei in etwa vergleichbar wie ein „Tresor daheim“ zum „Schließfach in der Bank“. Denn: Die Private Cloud bildet ein privates Netzwerk für einen Kunden. Zwar personalisiert, aber mit viel Kapitalaufwand für Anschaffung, Betrieb, Sicherheit und IT-Verwaltung.

Dagegen braucht es bei der Public Cloud keine zusätzlichen Investitionen in Hard- oder Software. Und im Unterschied zu einer Private Cloud werden hier die Services nicht nur einer einzelnen Organisation, sondern vielen Anwendern zur Verfügung gestellt – die diese dann quasi "mieten". Das Ganze bei minimalem Kapitalbedarf, maximaler Flexibilität und praktisch unbegrenzten Möglichkeiten zur Skalierung. Besonders die enorme Flexibilität und eine Fülle an Services On-Demand bzw. im Pay-per-Use Prinzip sind starke Argumente für die Public Cloud. Und allein schon dafür empfiehlt sich die Zusammenarbeit mit einem Cloud Partner, wie einem spezialisierten Cloud Dienstleister oder einem vielseitig aufgestellten IT Systemhaus, für die Migration.

Bei Services in der Public Cloud werden vor allem diese drei genutzt:

  • Infrastructure as a Service (IaaS) für virtuelle Ressourcen wie Server, Netzwerkkomponenten und Storage – Kunden können nach Bedarf ihre Infrastruktur zusammenstellen und beliebig Software darauf betreiben.
  • Platform as a Service (PaaS) bei der Hersteller den Kunden die Laufzeit- und Programmierumgebung zur Verfügung stellen – mit flexibler Rechen- bzw. Datenkapazität.
  • Software as a Service (SaaS) mit direktem Zugang zu Anwendungen oder bestimmter Software, deren Betrieb der Cloud-Provider verantwortet – der Kunde nutzt lediglich, was er braucht.

Kurz gefasst: die führenden Hersteller im Public Cloud-Umfeld

Cloud Partner wie Dienstleister oder Systemhäuser entwickeln die Cloud Plattform nicht selbst, beziehen diese direkt von einem großen Cloud Anbieter und kümmern sich dabei hauptsächlich um die individuelle Entwicklung und Anpassung Ihrer Cloud Umgebung. Zu den führenden Public Cloud Anbietern oder Herstellern gehören:

Amazon Web Services (AWS) das Tochterunternehmen des Onlinehändlers bietet zuverlässiges und wirtschaftliches Cloud-Computing für jede Unternehmensgröße und wurde 2020 von Gartner als Marktführer im Bereich Infrastrukturen und Plattform Services ausgezeichnet. AWS bietet hohe Sicherheitsstandards wie ISO Zertifizierungen und Server in Europa (darunter Deutschland, Frankreich und Italien)

Microsoft Azure ist eine Cloud-Plattform von Microsoft mit Services wie u.a. Office 365. Azure gehört laut Gartner ebenfalls zu den führenden Anbietern im Bereich Cloud Infrastrukturen und Plattform Services.

Google Cloud bietet als Plattform ebenfalls verschiedene Cloud-Computing Dienste, die auf derselben Infrastruktur laufen, die Google selbst z.B. für Google Search nutzt. Auch Google Cloud wird von Gartner als führend ausgezeichnet

Weitere Player: Alibaba Cloud, Oracle, IBM und Tencent Cloud

Cloud Anbieter Microsoft Azure, Amazon Web Services AWS und Google Cloud Plattform
Der „Wahl-O-Mat“: Cloud Dienstleister oder Systemhaus?

Eines muss man vorab wissen: Nach der Wahl ist vor der Wahrheit! Denn mit dem künftigen Public Cloud Partner werden auf dem Weg in die Cloud auch eine ganze Reihe an geschäftskritischen Entscheidungen getroffen – und umgesetzt. Darum prüfe, wer sich wem verbindet. In diesem Sinne hier die Vorstellung der Kandidaten:

Systemhäuser sind Unternehmen der IT-Branche, die sowohl Software als auch Hardware im Portfolio haben. Sprich: Hier werden vor allem Komplettlösungen bereitstellt. Viele haben sich dabei auf Produkte bestimmter Hersteller spezialisiert.

Der Cloud Dienstleister
stellt Ihnen ein hochspezialisiertes Team zur Verfügung (im Fall von Innovations ON für sämtliche Public Cloud Services). Hier zählt also tiefgehende Kompetenz auf einem Gebiet – im Gegensatz zur breit aufgestellten „Reseller-Denke“ mit dem Ziel, den Kunden vor allem Hard- und Software zu verkaufen.

Ihre Entscheidung: die Matrix
Cloud Dienstleister Systemhaus
Agilität & Verfügbarkeit Kleinere Teams die meist in Sprints von 1 bis 2 Wochen arbeiten, Hohe Agilität. Komplexere Strukturen durch zahlreiche Abteilungen und Hierarchien.  Gebremste Agilität.

 

Portfolio Spezialist für ein Thema. Dazu oft auch Trainings oder Managed Services. Breites Portfolio mit Hard- und Software und Dienstleistungen. Oft auf einzelne Hersteller fixiert.

 

Skalierbarkeit Schnelles Skalieren über Automatisierung. So sind Infrastrukturen und Erweiterungen
innerhalb von Minuten ausgerollt.
Ebenfalls automatisiertes Skalieren - aber jede Hersteller-Schnittstelle muss dafür einzeln angesprochen werden, was mehr Zeit- und Kostenaufwand bedeutet.

 

Individualisierung Beratung und Migration sind auf den Kunden abgestimmt und Managed Services
werden automatisiert ausgespielt.
Kein Unterschied. Eventuell leichte Vorteile fürs Systemhaus, da hier Lösungen oft komplett individuell aufgebaut werden müssen.

 

Internationalisierung Stellt beim Hersteller die Infrastruktur in kürzester Zeit bereit (AWS hat z.B. Server
auf verschiedenen Kontinenten)
Kann Ressourcen oft erst nach geraumer Zeit bereitstellen oder nur über Partner umsetzen - dann aber meistens auch international.

 

Treiber der Digitalisierung? Der Kern steckt im Geschäftsmodell

Systemhäusern wurde lange nachgesagt, dass sie als wesentliche Treiber der Digitalisierung fungieren. Das hatte für einige Zeit hindurch auch seine Berechtigung. Inzwischen sind allerdings eher die Cloud Dienstleister zu gefragten Spezialisten für eine Umsetzung von Digitalisierungsprojekten aufgestiegen. Ein wesentlicher Grund: Cloud Dienstleister stellen benötigte Ressourcen immer ganz nach Bedarf des Kunden zur Verfügung – und sie öffnen alle Optionen der einfachen und schnellen Skalierung. Eine Herangehensweise, die dem herkömmlichen Konzept des Systemhauses im Kern widerspricht, da dort das Geschäft fast immer mit Hardwareverkauf verbunden ist.

Cloud Dienstleister agieren dagegen nach dem Prinzip „Pay-per-Use“, bei dem der Kunde nur das bezahlt, was er nutzt oder verbraucht. Dazu kommt die Möglichkeit, Pilotprojekte in der Public Cloud zu testen – mit wenig Aufwand und Kosten. Demgegenüber liefert ein Systemhaus fast immer aufwändige Komplettlösungen mit festen Größen an Rechenleistung und Speicher. Letztlich konterkariert das aber die Versprechungen der Digitalisierung, die ja vor allem schnell, einfach und effizient sein sollte. Und genau da spielen Cloud Dienstleister ihr volles Potenzial aus, um die angebotenen Lösungen zu automatisieren. Zudem werden Kunden zur Nutzung von standardisierten Services beraten, etwa fürs Billing oder Monitoring. Ein Effekt dabei: der radikal vereinfachte Aufwand für die Administration dank dem passenden Cloud Partner.

Fazit mit Fakten. Und eine persönliche Einschätzung

Spezielle Expertise an der Seite zu haben, ist bei Cloud Projekten auch finanziell ein Vorteil. In Bezug auf eine Public Cloud Migration muss man beispielsweise durch eine Analyse der Total Cost of Ownership (TCO) Investitionskosten (CapEx) gegen die operativen Kosten (OpEx) betrachten. Und die häufigste Ursache unnötiger Aufwände ist dabei die mangelnde Sorgfalt der Entwickler und Admins.
Die Cloud macht es eben sehr einfach, sich per Self-Service frische Ressourcen zu aktivieren – was aber auch schnell dazu führen kann, den Überblick zu verlieren.

Gleiches gilt für das Thema „Security“. Man unterscheidet hier die Sicherheit der bereitgestellten Cloud (Security of the Cloud) und der Sicherheit in der Cloud – also aller Daten, Anwendungen etc., die Nutzer selbst konfigurieren können. Wichtig dabei: Was Sie als Nutzer oder Unternehmen in angemieteten Cloud Services ablegen, gehört immer Ihnen! Ein Cloud Partner wie der spezialisierte Dienstleister bietet hier neben Services und Lösungen zu Migration, Training und Managed Services auch die Möglichkeit, individuelle Geschäftsideen zu testen – sprich: Pilotprojekte im Public Cloud Umfeld umzusetzen. Diese Piloten im Public Cloud Umfeld kosten kaum Erstinvestments.
Und wenn sich der Business-Case als erfolgreich erweist, kann man ihn innerhalb kurzer Zeit hochskalieren.

Abschließend meine persönliche Meinung zum „Dualismus“ von Cloud Partnern wie spezialisierte Cloud Dienstleister und breit aufgestelltes Systemhaus: Beide Welten haben heute ihre Existenzberechtigungen. Die nahe Zukunft wird sich wohl weiter in Richtung von Hybrid-Cloud-Konzepten entwickeln – und für diesen Ansatz ist immer auch ein kleiner Anteil an Hardware nötig. Langfristig bin ich davon überzeugt, dass die Cloud zum zentralen Enabler der Digitalisierung wird. Versierte und engagierte Cloud Partner sind da für die sichere Umsetzung Ihrer digitalen Pläne bestens aufgestellt.

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Tom Simon, Gründer und Geschäftsführer der Innovations ON GmbH
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